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Donnerstag, den 26. Januar 2012 um 12:28 Uhr
+++ SG Immichenhain/Ottrau aktuell: Hastrich-Elf liegt über dem Strich ++
Immichenhain (ts) - Die SG Immichenhain/Ottrau kann in der Winterpause der Fußball-Kreisoberliga Schwalm-Eder auf eine bisher recht erfolgreiche Halbsaison zurück blicken. Dieses war nach der Vorbereitung nicht unbedingt zu erwarten, denn wenn auch die Trainingsbeteiligung und das Engagement der Spieler durchweg positiv waren, ließen die Testspiele ergebnistechnisch das Schlimmste erwarten. Doch dann kam es ganz anders.

Nach nunmehr 18 Begegnungen rangiert das junge Team um Spielertrainer Helge Hastrich mit 28 Punkten und einer Tordifferenz von 35:32 auf einem guten achten Tabellenplatz - 14 Punkte vor dem Relegationsplatz. Die Zielvorgabe, sich in diesem Jahr von Beginn an möglichst weit weg von der Abstiegszone aufzuhalten, konnte bisher gut umgesetzt werden. Speziell Zuhause erweisen sich die Schwälmer als Macht, denn in neun Begegnungen verlor man lediglich gegen Wasenberg (2:3) und musste sich gegen die Spitzenteams aus Beiseförth (2:2) und Edermünde (1:1) jeweils mit einem Remis zufrieden geben. Die restlichen sechs Begegnungen wurden teilweise in überzeugender Manier gewonnen (u.a. gegen Kirchberg/Lohne 8:0, Dillich/N. 5:1 und Chattengau 5:0). Verbesserungsbedürftig sind allerdings noch die Leistungen in der Fremde. Zwei Siegen und zwei Remis stehen doch einige recht klare Niederlagen gegenüber. Speziell in Efze (1:4) und in Homberg (0:5 nach Platzverweis und Elfmeter in der siebten Spielminute) stand man auf verlorenem Posten und auch die höchste Saisonniederlage (0:7 in Brunslar) holte man sich auswärts ab – auch wenn diese aufgrund des unglücklichen Termins (Kirmes in Ottrau) eigentlich aus der Wertung fällt.

Insgesamt vermittelt die Truppe eine hohe mannschaftliche Geschlossenheit und Spaß am Fußball. Das Gros an jungen Spielern, mit Masse um die 20, die alle aus dem eigenen Nachwuchs kommen, und sich daher phasenweise schon lange kennen, wird von einigen Routiniers (Helge Hastrich, Alexander Thamer und Björn Bierwirth) geführt. Ein großer Kader ermöglicht dem Trainer mehr Spielraum und die Unterstützung im Umfeld (Vorstände, sehr gut zuarbeitende Fachwarte aus beiden Stammvereinen und Zuschauer) runden das positive Gesamtbild ab.

Ausdruck der über weite Strecken guten Personalsituation und des damit verbundenen Konkurrenzkampfes ist u.a. auch das sehr gute Abschneiden der Reservemannschaft. Diese steht derzeit in der Kreisliga B2 auf einem herausragenden 2. Tabellenplatz (36 Punkte und 67:20 Tore aus 16 Partien). Damit verzeichnet das Team die beste Tordifferenz der Klasse, kassierte gerade mal zwei Niederlagen und spielt aktuell sogar um den Aufstieg mit. Die gesunde Mischung aus Ergänzungsspielern der Ersten, Routiniers wie Rüdiger Frank, Sascha Degenhardt oder Marcus Weitzel und einigen ganz jungen „Wilden" garantiert hier den Erfolg. Besonders muss u.a. die Leistung von Fußballfachwart Norbert Wiegand gewürdigt werden, der die Organisation und phasenweise auch das Coaching (In Vertretung von Helge Hastrich) übernimmt und die Truppe mit viel Leidenschaft und Engagement notfalls auch mal zum Erfolg „peitscht".

Zudem hat sich die SG – für viele doch überraschend – bei der Hallenkreismeisterschaft in der Vorrunde durch sechs Siege und nur eine Niederlage den zweiten Tabellenplatz erspielt. Lohn für diese Leistung ist die Teilnahme an der Endrunde im Februar.

Wir haben Spielertrainer Helge Hastrich zum bisherigen Verlauf der Saison befragt:


HS24: Hallo Helge, wie sind Sie mit dem Saisonverlauf zufrieden?

Hastrich: Sehr, denn das bisherige Ergebnis spiegelt prinzipiell das Potenzial der Truppe wieder. Dem Minimalziel Nichtabstieg scheinen wir ja bereits jetzt zum Greifen nah zu sein. Positiv ist auch, dass wir uns in spielerischer und taktischer Hinsicht ständig immer weiter entwickelt haben. Allerdings müssten wir eigentlich drei bis fünf Punkte mehr auf dem Konto haben, wenn wir in einigen Phasen noch etwas konzentrierter gewesen wären.


HS24: Was war in der Hinserie positiv bei Ihrer Mannschaft und was hat Ihnen weniger gefallen?

Hastrich: Positiv zu bewerten sind sicherlich unsere Heimstärke und die allgemein prima Stimmung in der Mannschaft und dem gesamten Umfeld. Weiterhin imponiert mir, dass die Spieler im Training unheimlich viel investieren und dabei eine hohe Bereitschaft zeigen, sich individuell und mannschaftlich weiter zu entwickeln.

Negativ sehe ich die teilweise hohen Auswärtsniederlagen und dass wir unsere Fans mit dem Auftreten (und den Ergebnissen) in den Derbies gegen Wasenberg und Neukirchen sicher enttäuscht haben.


HS24: Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf der Reserve und welcher Spieler hat das Potenzial in der Ersten zu spielen?

Hastrich: Die bisherige Leistung der Reserve ist mehr als zufriedenstellend. Wir haben diese Saison einen breiten Kader, viele der Spieler hatten schon Einsätze in der Ersten, das macht sich halt auch in den Ergebnissen der Zweiten bemerkbar.

Prinzipiell können viele Spieler in der Ersten spielen. Ein Härtefall ist sicherlich Jonas Korell, der vom Potenzial her vermutlich der stärkste Keeper der Reserverunde sein wird.


HS24: Welcher Spieler Ihrer Mannschaft gehört zu den positiven Überraschungen der Vorrunde?

Hastrich: Generell ist die Mannschaft sehr geschlossen. Wenn man trotzdem etwas hervorheben will, dann sicherlich, dass sich Alexander Thamer spielerisch hinter der Viererkette prima weiterentwickelt hat. Weiterhin positiv ist zu bewerten, dass Janis Nauman endlich einmal verletzungsfrei war und auf gutem Wege ist, seinen Fähigkeiten entsprechen ein (echter) Leistungsträger zu werden.


HS24: Gibt es in der Winterpause Neuzugänge oder verlassen Spieler den Verein?

Hastrich: Philipp Imhof (früher Schrecksbach, zuletzt vereinslos) zieht nach Immichenhain und wird sich uns anschließen. Mit ihm planen wir aber vorerst für die Reserve. Abgänge haben wir bisher keine.


HS24: Wie bewerten Sie den Rückrundenauftakt? (in Guxhagen, gegen Homberg, in Wasenberg)?

Hastrich: Da die Liga insgesamt viel ausgeglichener ist, als im vergangenen Jahr, ist das schwer einzuschätzen. Wir können (besonders zuhause) von den Möglichkeiten her gegen fast jeden Gegner bestehen und arbeiten in der Vorbereitung darauf hin, zum Auftakt leistungsmäßig an die Vorserie anzuknüpfen. Zudem wäre ein guter Start natürlich viel wert für das Selbstvertrauen.


HS24: Wer wird Meister und wo landet Ihr Verein?

Hastrich: Meister wird Homberg. Wir werden nicht absteigen!


HS24: Haben Sie Ihren Vertrag bereits verlängert?

Hastrich: Nein, wir werden sicherlich – wie jedes Jahr – im Trainingslager im Februar mal reden.


HS24: Dass Ihr Herz für den HSV schlägt, ist ja allgemein bekannt - Wer wird Deutscher Meister und wo kann Torsten Fink die Hanseaten noch hinführen?

Hastrich: Meister wird (wieder einmal) leider nicht der HSV, daher ist mir das Wurscht, wer Meister wird (grinst). Der HSV steigt jedenfalls nicht ab – vielmehr ist aber meines Erachtens auch nicht mehr möglich.


HS24: Nächstes Jahr ist die EM in Polen und der Ukraine. Was trauen Sie dem deutschen Team zu und wer sind Ihre Favoriten?

Hastrich: Für unser Team ist der Titel möglich. Als weitere Favoriten sehe ich Holland und natürlich Spanien.


Danke Helge, für dieses ausführliche Interview und weiterhin viel Erfolg für die restliche Saison mit der SG Immichenhain/Ottrau!
 
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