Lohre (red) - In unserem Winterfahrplan 2011/12 stellen wir Ihnen heute die SG Lohre/Niedervorschütz vor. Die „Lohrschützer", Vereine aus Lohre und Niedervorschütz riefen 1989 die Spielgemeinschaft ins Leben, stehen am Ende des Jahres 2011 auf Rang sieben in der Tabelle der Gruppenliga. Wie Kapitän Dennis Kornetzki unlängst auf Hessensport24 andeutete, muss dies für die Truppe von Spielertrainer Christian Schmidt (Foto) aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Der Saisonstart war durchwachsen, erst ab Mitte der ausgetragenen Spiele begann sich ein deutlicher und kontinuierlicher Aufwärtstrend, zu zeigen. Zwei aufeinanderfolgende Heimspielniederlagen am Anfang folgte im dritten Spiel ein Auswärtssieg. Dies ist so etwas wie der Beginn eines roten Fadens, der sich durch die gesamte bisherige Spielzeit zog: In der Auswärtstabelle belegt man einen guten vierten Rang, die Heimbilanz fällt mit Platz zwölf dagegen eher ernüchternd aus.
Noch etwas ist auffällig, in der Abwehr gehören Torwart Christian Patzer und seine Vorderleute zu den Teams mit den besten Werten (geteilter Platz fünf), die Offensivabteilung allerdings traf in 19 Spielen nur 24 Mal. Für eine (noch) bessere Tabellenplatzierung zu mager.
Warum das so war, wie man dem entgegenwirken will und was es sonst von der SG Neues gibt, wollte HS24 von Christian Schmidt wissen.
HS24: Sind Sie mit dem Saisonverlauf zufrieden?
Schmidt: Wir können mit dem erreichten Tabellenplatz sieben zufrieden sein. Mit "wir" meine ich den ganzen Verein. So eine Leistung ist immer nur als Team erreichbar. Speziell möchte ich hier das gesamte Trainerteam der 1. und 2. Mannschaft, sowie den Vorstand und die sportliche Leitung der SG nennen.
HS24: Was war in der Hinserie positiv bei Ihrer Mannschaft und was hat Ihnen weniger gefallen?
Schmidt: Gut gefallen hat mir das Verhalten der Mannschaft nach einem mal wieder schwachen Saisonstart. Zum Ende der Saisonhälfte 2011 haben wir aus acht Spielen 19 Punkte geholt. Diese haben uns den oben schon erwähnten Tabellenplatz eingebracht. Im letzten Saisondrittel haben wir viele Sachen richtig gut gemacht und auch die notwendige Einstellung zum Spiel und zu unseren Gegnern gefunden, was zu Beginn doch sehr verbesserungswürdig war.
Ich persönlich sehe in einigen Bereichen noch Verbesserungsmöglichkeiten, die wir erreichen können. Diese liegen vor allem im Umschalten von Abwehr auf Angriff. Verbessern können und sollten wir uns im Aufbau- und Passspiel, damit wir für unsere Gegner in der Rückrunde noch schwerer auszurechnen sind. Hier gilt es, in der nun bald beginnenden Vorbereitungsphase den Hebel anzusetzen.
Wir wollen in den restlichen elf Saisonspielen noch mal richtig angreifen und uns in der Tabelle noch um den einen oder anderen Platz verbessern. Intern setzen wir uns ambitionierte Ziele, um uns als Mannschaft weiterzuentwickeln.
HS24: Welcher Spieler Ihrer Mannschaft gehört zu den positiven Überraschungen der Vorrunde?
Schmidt: Hier möchte ich keinen einzelnen Spieler hervorheben. Für mich gehört die gesamte Mannschaft zu den positiven Überraschungen. Wobei ich das Wort Überraschung nicht für richtig halte, da wir für das bisher erreichte jede Woche hart gearbeitet haben.
HS24: Gibt es in der Winterpause Neuzugänge oder verlassen Spieler den Verein?
Schmidt: In der Winterpause schließt sich ein „alter Bekannter" Jan Steinbach wieder der SG Lohrschütz an. Weiterhin arbeiten wir daran unsere Neuzugänge aus dem Sommer, „Tom Winter, Michael Mason und André Willer", die ja bekanntlich lange verletzt waren, noch besser in die Mannschaft zu integrieren. Mit diesen „Neuen" wird es ab dem ersten Tag der Vorbereitung einen noch größeren Konkurrenzkampf um die Startelfplätze geben.
HS24: Welcher Spieler der Reserve hat das Potenzial in der ,,Ersten" zu spielen?
Schmidt: Bei uns gibt es einen fließenden Übergang zwischen der Ersten und Zweiten Mannschaft. Für die Erste Mannschaft haben wir einen Kader von 20 Spielern. Wir trainieren Woche für Woche gemeinsam und somit bleiben die Talente jedes Einzelnen nicht verborgen. Weiterhin stehe ich in regelmäßigem Austausch mit den Trainern der Reservemannschaft, Andreas Wenderoth und André Laqua, um nach den Spielen immer auf dem neuesten Stand zu sein. Hier soll das Saisonziel „Wiederaufstieg" in die Kreisliga A erreicht werden.
Wichtig für die jeweiligen Spieler ist, dass sie sich weiterhin im Training beweisen und den vermeintlich Etablierten mächtig Dampf machen, um diese zu verdrängen. Ich freue mich über jeden Spieler, der das Ziel und den Anspruch hat, in der „Ersten" Mannschaft der SG Lohrschütz zu spielen.
HS24: Wie bewerten Sie den Rückrundenauftakt?
Schmidt: Wenn ich richtig informiert bin, startet die Restrunde am 11. März 2012 mit einem Auswärtsspiel bei der FSC Gensungen/Felsberg. Da dürfte es in der Vorbereitung für jeden einzelnen Spieler kein Motivationsproblem geben. Ich glaube da möchte jeder in der Startelf stehen.
HS24: Wer wird Meister und wo landet Ihr Verein?
Schmidt: Auf dem Weg zur Meisterschaft führt kein Weg an der SG Gilsa/Jesberg/Waltersbrück vorbei. Für mich in dieser Saison die stärkste Mannschaft mit dem größten Potenzial. Mal sehen, ob sie das kleine Tief zum Ende des Jahres 2011 überwunden haben. Im Kampf um den Relegationsplatz sehe ich die Vereine FC Körle und TSV Wabern. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, am Ende der Saison auf Platz 4-6 zu landen.
HS24: Haben Sie Ihren Vertrag bereits verlängert?
Schmidt: Da haben wir noch nicht drüber gesprochen. Aber alles zu seiner Zeit.
HS24: Welches Ereignis außerhalb des Sports hat Sie 2011 am meisten bewegt?
Schmidt: Das Erdbeben und die Flutkatastrophe in Japan. Da geraten andere Dinge mit denen man sich täglich beschäftigt zur Nebensache. Wir sollten froh sein, dass es uns in Deutschland verhältnismäßig gut geht.
HS24: Welche Regel gehört im Fußball unbedingt abgeschafft oder geändert?
Schmidt: Ich finde Fußball ist eine tolle Sportart, in der sich die meisten Regeln über einen langen Zeitraum bewährt haben. Im Profibereich würde ich über eine Torkamera nachdenken, die viele knappe Entscheidungen für die Schiedsrichter einfacher machen würde. Es gibt einige Regeln, die wenig sinnvoll sind, aber worüber sollten die zigtausend Fachleute in der darauffolgenden Woche diskutieren?
HS24: Wer wird Deutscher Meister und für wen schlägt Ihr Herz in der Bundesliga?
Schmidt: Meister wird wahrscheinlich Bayern München. Mein Verein ist Werder Bremen seit Kindertagen, damals noch mit Rudi Völler.
HS24: Nächstes Jahr ist die EM in Polen und der Ukraine. Was trauen Sie dem deutschen Team zu und wer sind Ihre Favoriten?
Schmidt: Mal wieder ein Sommer mit einer Europameisterschaft. Wenn das deutsche Team die Form des Jahres 2011 beibehalten kann, traue ich uns schon das Finale zu. Zuerst sollten wir aber die schwere Vorrundengruppe schadlos überstehen.
Danke Christian, für dieses ausführliche Interview und weiterhin viel Erfolg für die restliche Saison mit der SG Lohre/Niedervorschütz!