|
+++ MT Melsungen aktuell: Keeper Mario Kelentric fordert Sieg +++
Melsungen/Kassel (red) - Der neunte Spieltag in der Handball-Bundesliga beschert der MT Melsungen den Vergleich mit Tabellennachbar GWD Minden. Die Hausherren wollen mit einem Sieg das Publikum nach dem schwachen Auftritt im letzten Heimspiel gegen Gummersbach versöhnen. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist heute um 20.15 Uhr.
Aber die Lage auf Seiten der MT ist prekär. Gut 24 Stunden vor dem Anpfiff weiß Trainer Ryan Zinglersen noch nicht, welche Mannschaft er gegen Minden ins Rennen schicken kann. Seine zu Beginn der Woche geäußerten Hoffungen, aus dem Vollen schöpfen zu können, musste er schon kurz darauf begraben. So stellte sich z. B. bei Vladica Stojanovic eine bei seinem Nationalmannschafts-Comeback erlittene Blessur am Knie als schwerwiegender heraus. Der Regisseur musste sein erstes Training nach nur fünf Minuten wieder beenden. Sein Einsatz am Samstag ist ungewiss. Torhüter Mario Kelentric wird am Freitag noch genauer am Rücken untersucht und behandelt. Der Kapitän hatte sich unter der Woche eine Wirbelblockade eingefangen. Er hofft aber, gegen Minden auflaufen zu können. Angeschlagen ist auch Allrounder Franck Junillon. Zu allem Überfluss fielen unter der Woche noch drei Spieler wegen grippaler Infekte aus. Daniel Tellander, Thomas Klitgaard und Simon Herold mussten jeweils das Bett hüten. Sie sollen aber bis zum Samstag soweit wieder hergestellt sein, dass zumindest Kurzeinsätze möglich sind. “Das ist eine höchst unbefriedigende Situation vor diesem Spiel. Wir konnten weder eine geordnete Vorbereitung auf den Gegner durchführen, noch weiß ich, wen ich am Samstag zur Verfügung habe”, klagt Zinglersen, “ich muss mir einen Notfallplan für Minden ausdenken”.
Diese knifflige Personalsituation trifft die Nordhessen zur Unzeit. Denn dem Spiel gegen die um einen Punkt und einen Platz besser gestellten Mindener kommt nach den zuletzt schwachen Auftritten in Dormagen und gegen Gummersbach erhöhte Bedeutung zu. Nach dem Gummersbach-Gastspiel sah sich Trainer Zinglersen sogar veranlasst, sich beim Publikum für seine Mannschaft zu entschuldigen.
“Wir haben etwas gut zu machen”, weiß auch Kapitän Kelentric. “Das Spiel am Samstag ist ungemein wichtig für uns, wir müssen es einfach gewinnen. Die Stimmung in der Mannschaft ist ansonsten sehr gut - wir wollen zeigen, dass wir es besser können”, so der Keeper. Von einer Krise will Kelentric indes nicht sprechen, eher von einem Tief, was es durchzustehen gilt. Er räumt ein, dass man gegen Dormagen und Gummersbach daneben gelegen hat, weist aber auch darauf hin, dass die jeweiligen Vorstellung in den anderen sechs Spielen sehr ordentlich war. Der Ex-Weltmeister weiß, dass es solche Durchhänger immer geben kann und erinnert an die vergangene Saison, als die MT mit 0:10 Punkten gestartet war und sich dann stetig nach oben gearbeitet hat. Der erste Sieg wurde damals dann ausgerechnet gegen Minden eingefahren.
Diese Mannschaft ist nicht nur für die Bartenwetzer ein äußerst unbequemer Gegner, der mit seiner robusten Abwehrarbeit schon so manchen Kontrahenten vor Probleme gestellt hat. Aber auch dessen quirlige Angriffsarbeit ist nicht zu unterschätzen. Unruheherde im Team der Grünweißen sind die Flügelzange Aljoscha Schmidt (LA) und Gylfi Gylfason (RA) sowie die Rückraumachse Moritz Schäpsmeier, René Madsen und Damian Wleklak sowie Allrounder Stephan Just. Im Tor steht mit Nikolas Katsigiannis ein Keeper, der zum erweiterten Kreis der deutschen Nationalmannschaft zählt. Mit dem 25:25-Remis zuletzt in Großwallstadt ließ Minden aufhorchen - beinahe wäre den Ostwestfalen sogar eine Überraschung gelungen. Die MT ist jedenfalls gewarnt.
Auf besondere Unterstützung - zumindest inmentaler Hinsicht - darf sich die Mannschaft am Samstag freuen. Erstmalig nach seinem Wadenbeinbruch vor siebenWochen kehrt Savas Karipidis in die Rothenbach-Halle zurück. Der Rechtsaußen hatte zwischenzeitlich auch noch eine Thrombose zu überstehen und hat seit kurzem mit leichtem Krafttraining begonnen.
|