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Samstag, den 10. September 2011 um 10:12 Uhr
+++ Frauenfußball: DFB-Pokal - Jil Ludwig kehrt morgen nach Hause +++
Jil Ludwig, hier im Trikot des TSV Jahn, kehrt morgen nach Calden zurück. (Foto: Heinz Trollhagen)Edermünde (red) - Fast unbemerkt von der heimischen Presse, hat im Sommer eine weitere Fußballerin aus Nordhessen den Sprung in Deutschlands höchste Klasse geschafft. Jil Ludwig (19/Foto) wechselte im Sommer vom Regionalligisten TSV Jahn Calden zum Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig. Dort wurde Jil beim ersten Punktspiel in Duisburg vor zwei Wochen eingewechselt und spielte beim zweiten Spiel gegen den Meisterschaftsfavoriten 1.FFC Frankfurt bereits über die gesamte Spielzeit.

Jil hat das Fußballspielen mit fünf Jahren in den Bambini des FC Edermünde begonnen. Damals noch als weit und breit einziges Mädchen wurde ihr Talent schnell erkannt und gefördert. Jil spielte bis zum älteren C-Jugend Jahrgang beim FC Edermünde und gehörte in ihren Mannschaften stets zur Leistungsträgerin. Ihre Zweikampfstärke, der unbändige Einsatzwille und ihr Ehrgeiz waren, und sind Faktoren, die Ludwig letztendlich bis in die Bundesliga brachten. „Ich habe selten ein Mädchen erlebt, was derartig mutig in die Zweikämpfe gegangen ist und so bis zur B-Jugend den Jungs durch ihre Spielweise oft frühzeitig den Schneid abgekauft hat. Neben ihrer Zweikampfstärke war und ist Jil aber auch eine technisch versierte Spielerin. Leider ist es heutzutage so, dass viele Jugendspieler, obwohl sie teilweise sogar Gruppenliga spielen, den Ball nicht mal zehn Mal hochhalten können. Bei Jil war das immer anders, bis zu hundert Kontakte waren in diesen Übungen für sie keine Seltenheit." erinnert sich der 1. Vorsitzender des FC Edermünde und Jils Trainer in der C-Jugend, gerne an die Zeit zurück.

Bis zur C-Jugend hat Jil es immer abgelehnt, mit Mädchen zu spielen. Auch auf „drängen" von Petersen, wurden dann aber in der Zeit als U13 Spielerin, die ersten Kontakte zum Stützpunkttraining des DFB in Lohfelden geknöpft und die Entwicklung nahm ihren Lauf. Als U14 Spielerin schloss sich Jil mit Zweitspielrecht der SG Gilsa/Jesberg an, den so ganz im Stich lassen, wollte Jil ihre Jungs beim FCE dann doch noch nicht.

Nach dem einen Jahr in Gilsa in der Oberliga folgte dann aber den endgültigen Wechsel zu den Mädchen und Jil schloss sich dem Regionalligisten TSV Jahn Calden an, bei dem sie bis zum Ende der letzten Saison aktiv war.

Seit der U14 gehört Jil zum festen Kader des jeweiligen Hessenauswahljahrganges und nimmt regelmäßig am Länderpokal in Duisburg teil.

Die Zeit in Calden wurde für Jil mit dem Gewinn des Hessenpokals im Juni dieses Jahres gekrönt. Mit diesem sportlichen Highlight wurde Jil der Abschied von ihren Mannschaftskameradinnen etwas erleichtert, denn die Entscheidung zum Wechsel ist Jil nicht leicht gefallen.

Im Herbst 2009 wurde der HSV bereits auf Jil aufmerksam, als Jil bei einem Sichtungstraining überzeugte. Unter anderem schulische Gründe verhinderten damals aber den Wechsel nach Hamburg.

Nach einem erfolgreichen Sichtungstraining beim 1. FC Lokomotive Leipzig Anfang dieses Jahres, hat Jill dann aber die Chance in der Bundesliga zu spielen beim Schopf gepackt und sich dem Bundesligaaufsteiger angeschlossen.

Mit dem Bewusstsein, das dieser Wechsel eine große Herausforderung sein wird, ist Jil nun seit Anfang Juli in Leipzig, und wie es derzeit aussieht, kann sie ihr Ziel, ein Stammplatz in der Bundesligamannschaft, durchaus erreichen.

„Der FC Edermünde wünscht Jil von Herzen alles Gute. Wir sind sehr stolz auf ihre Entwicklung und hoffen, dass sie ein Vorbild für unsere aktuellen Jugendspielerinnen und Spieler ist!" sagt Heiko Petersen, 1. Vorsitzender des FC Edermünde. „Ich persönlich bin mir ganz sicher das Jil es in der Bundesliga packen wird, denn sie ist sehr ehrgeizig und hat sportlich allemal das Format für die höchste Liga." so Petersen.

Wer Jil einmal live in Aktion erleben will, der sollte am 11. September nach Calden fahren, denn dort tritt der 1. FC Lok Leipzig um 14 Uhr in der zweiten Runde des DFB Pokals gegen den heimischen TSV an und Jil hofft natürlich, an ihrer alten Wirkungsstätte zum Kader der Sachsen zu gehören und vielleicht einige ihrer alten Weggefährten aus Edermünde zu treffen.


Quelle:
Heiko Petersen

 
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