+++ TSV Mardorf aktuell: Mit Schmerer auf Platz vier vorrücken +++
Mardorf (red) - Im Winterfahrplan 2011/12 stellen wir heute den TSV Mardorf vor. Die Mannschaft spielt in der Frauenfußball-Gruppenliga und belegt nach der Hinrunde den siebten Rang. Als Übungsleiter sind Michael Marx und Christian Kunz (Foto) tätig. Hessensport24 lässt die vergangenen sechs Monate des TSV Revue passieren.
Die "7" scheint für Mardorf zu stehen. Exakt vor zwölf Monaten standen Fabian und Co. in ihrem ersten Gruppenliga-Jahr auf genau der gleichen Tabellenposition. Dennoch scheint der TSV heuer gefestigter zu sein, Niederlagen wie das 0:8 gegen Sandershausen im Vorjahr gab es diesmal nicht. Einzig beim Zweiten Kaufungen/Wilhelmshöhe und in Grebendorf war man chancenlos.
War in der vergangenen Saison die Abwehr der Schwachpunkt, so ist in dieser Spielzeit die Torausbeute verbesserungswürdig. Mit 22 Treffern kann das Roth-Team in dieser Rubrik nicht ganz mit den Spitzenteams mithalten.
Ob dies Coach Christian Kunz ähnlich sieht, erläuterte er uns in folgendem Interview.
HS24: Sind Sie mit dem Saisonverlauf zufrieden?
Kunz: Im Großen und Ganzen bin ich mit der Vorrunde der Gruppenligamannschaft zufrieden. Es hätten aber vier bis sechs Punkte mehr sein können. Der Saisonstart ist uns gründlich misslungen, doch gegen Ende hat sich die Mannschaft gesteigert.
Mit der Saison der zweiten Mannschaft in der Kreisliga B bin ich absolut zufrieden. Platz zwei ist großartig.
HS24: Was war in der Hinserie positiv bei Ihrer Mannschaft und was hat Ihnen weniger gefallen?
Kunz: Positiv war die außerordentliche Heimstärke (4 Spiele – 4 Siege, 15:1 Tore). Auswärts hingegen zeigt die Erste immer ein anderes Gesicht. Drei Punkte in sechs Spielen und 20 Gegentore geben mir zu denken. Zum Glück haben wir in der Rückrunde sieben Heim- und nur drei Auswärtsspiele.
Wie jedes Jahr wieder muss ich die schlechte Chancenverwertung bemängeln, die einige Punkte gekostet hat. Mir als Stürmer blutet jedes Mal das Herz, wenn die Mädels die dicksten Dinger versieben.
Ein großer positiver Punkt ist das Wissen, das mehr in dem Team steckt, als bisher gezeigt. Die restlichen Prozente heraus zu kitzeln, wird meine Hauptaufgabe in der Rückrunde werden.
Bei unserer Reserve gibt es fast nur positive Dinge in der Hinrunde. Auf Platz zwei liegend hinter dem großen Favoriten TSG Kammerbach II, denen wir die einzige Niederlage beigebracht haben, zeigten die größtenteils jungen Mädels einige tolle Spiele. Die Entwicklung vieler Spielerinnen macht mich glücklich, denn so positiv hatte ich es nicht erwartet.
HS24: Welche Spielerin Ihrer Mannschaft gehört zu den positiven Überraschungen der Vorrunde?
Kunz: Torfrau Sandra Biele zeigte nach der aus ihrer Sicht unglücklich verlaufenden Vorbereitung sehr gute Spiele, nachdem sie den Platz zwischen den Pfosten von Jasmin Langlotz (Rote Karte in Grebendorf am 4. Spieltag) eingenommen hatte. Auch Pia Butterweck, die erst kurz vor dem ersten Spieltag zu uns stieß, entpuppte sich als enorme Bereicherung fürs Team.
In der Reserve zeigten beinahe alle Spielerinnen positive Ansätze, was sich auch in Einsätzen in der Gruppenliga widerspiegelte.
HS24: Gibt es Neuzugänge/Abgänge, die schon perfekt sind?
Kunz: Als Neuzugang steht Theresa Schmerer vom SV Antrefftal fest. Mit ein, zwei weiteren Spielerinnen stehen wir noch in Kontakt. Ich hoffe, dass man sich auf einen Wechsel einigen kann. Janina Gastorf wird wahrscheinlich in ihre Heimat Niedersachsen zurückkehren und uns leider nicht mehr zur Verfügung stehen.
HS24: Welche Spielerin der Reserve hat das Potenzial in der ,,Ersten" zu spielen?
Kunz: Mit Lena Otto hat es schon eine Akteurin der Reserve während der Hinrunde in die Startelf der Gruppenligamannschaft geschafft. Tatjana Bornmann hat auch schon gute Leistungen gebracht und steht auf dem Sprung. Mit Franziska Jäger haben wir noch ein großes Abwehrtalent, doch ihr Ehrgeiz und die Trainingsbeteiligung müssen noch besser werden.
HS24: Wie bewerten Sie den Rückrundenauftakt?
Kunz: Der Rückrundenauftakt könnte widersprüchlicher nicht sein. Zuerst gastiert man beim Schlusslicht Ahnatal, anschließend empfängt man der Tabellenführer FSV Kassel in Mardorf. Mein Ziel sind sechs Punkte, zumal man in Kassel unglücklich 2:4 verlor und wir weiterhin zu Hause verlustpunktfrei bleiben wollen. In Ahnatal wollen wir natürlich einen guten Start hinlegen. Ein Spaziergang wird das allerdings nicht.
HS24: Welche Spielerinnen aus der Zweiten haben das Potenzial, um die Erste zu verstärken?
Kunz: Lena Otto hatte einige gute Ansätze in der Gruppenliga gezeigt. Leider ist sie beruflich bedingt nicht immer einsetzbar.
HS24: Wer wird Meister und wo landet Ihr Verein?
Kunz: Die Meisterschaft wird zwischen dem FSV Kassel und der SG Kaufungen/Wilhelmshöhe entschieden. Wir wollen versuchen, den vierten Platz anzuvisieren. Das wäre ein toller Erfolg.
HS24: Haben Sie Ihren Vertrag bereits verlängert?
Kunz: Die Frage stellt sich nicht. So lang die Mädels mich behalten wollen, mache ich weiter.
HS24: Welches Ereignis außerhalb des Sports hat Sie 2011 am meisten bewegt?
Kunz: Die Katastrophe in Japan hat mich stark erschüttert. Furchtbar, was alles passieren kann.
HS24: Welche Regel gehört im Fußball unbedingt abgeschafft oder geändert?
Kunz: Schwachsinnig finde ich die Regel, dass man für „übertriebenen Jubel" Gelb bekommt. Emotionen gehören nun mal zum Fußball dazu. Befürworten würde ich eine Auszeit pro Halbzeit für jedes Team. Man könnte als Trainer besser eingreifen, wenn es nicht so gut läuft.
HS24: Wer wird Deutscher Meister und für wen schlägt Ihr Herz in der Bundesliga?
Kunz: Beides kann ich nur mit dem FC Bayern München beantworten.
HS24: Nächstes Jahr ist die EM in Polen und der Ukraine. Was trauen Sie dem deutschen Team zu und wer sind Ihre Favoriten?
Kunz: Dem deutschen Team trau ich das Maximale zu, sprich den EM-Titel. Ich hoffe nur, dass die Spieler mit dem Druck umgehen können, neben Spanien der Top-Favorit zu sein. Den Niederlanden traue ich zu, den beiden Favoriten ein Bein zu stellen.
HS24 sagt Danke für das Gespräch und wünscht Ihnen und dem TSV Mardorf alles Gute für 2012!