+++ TuS Großenenglis aktuell: Schäfer und Koch überzeugen Käßner +++
Großenenglis (red) - Im Winterfahrplan 2011/12 stellen wir heute die TuS Viktoria Großenenglis vor. Die Mannschaft spielt in der Frauenfußball-Verbandsliga und belegt nach der Hinrunde den elften Rang. Die Reserve kickt in der A1 und rangiert in dieser auf dem zweiten Rang. Als Übungsleiter sind Andreas Käßner (Foto) und Moritz Keilig tätig. Hessensport24 lässt die vergangenen sechs Monate des Neulings Revue passieren.
Großenenglis kam nur schwer in die Saison. Gegen Ehringshausen, Obermelsungen und Lautertal setzte es gleich empfindliche Niederlagen. Zwar konnte man am zweiten und vierten Spieltag die ersten Punkte einfahren, in Kammerbach holte man ein 2:2 und in Korbach gab es ein 4:4, aber nach fünf Runden hatte der Aufsteiger bereits 27 Gegentore hinnehmen müssen. Doch Meiß und Co. stabilisierten sich etwas und konnten aus den folgenden vier Partien immerhin zwei Siege feiern.
Mit acht Zählern aus neun Begegnungen legte die Viktoria letztendlich zwar keine Traum-Hinrunde aufs Grün, hat aber in der Rückserie noch alles in eigener Regie, zumal die Abstiegskonkurrenten schon elf Spiele absolviert haben.
Wie Coach Käßner die Vorserie bewertet, erläuterte er uns in folgendem Interview.
HS24: Sind Sie mit dem Saisonverlauf zufrieden?
Käßner: Wenn man mit acht Punkten auf dem vorletzten Platz steht, kann und darf man nicht zufrieden sein. Uns fehlen fünf Zähler zum erklärten Ziel Platz acht, die wir auch hätten erreichen können, man denke nur an das Last-Minute-Gegentor in Korbach zum 4:4 und die schlechte Vorstellung, jedenfalls in der ersten Hälfte, gegen Lollar, als wir am Ende 1:2 verloren. Wäre man in diesen Spielen cleverer und zielstrebiger gewesen, wären wir im Soll. So aber nicht.
Mit der Hinserie der Reserve kann man vollends zufrieden sein. Platz zwei im ersten Jahr, nachdem man jahrelang keine Zweite hatte, ist toll und man ist in Schlagdistanz zum TSV Zierenberg II. Natürlich ist es das Los der Zweiten, immer mal wieder mit einer komplett umformierten Mannschaft zu spielen, aber dennoch haben das die Spielerinnen um Trainerin Sonja Heideroth sehr gut kompensiert.
HS24: Was war in der Hinserie positiv bei Ihrer Mannschaft und was hat Ihnen weniger gefallen?
Käßner: Positiv war, dass wir als Aufsteiger gezeigt haben, mit allen außer Obermelsungen mithalten zu können. Das Spiel gegen den TSV Zierenberg, als man mal ein Ausrufezeichen setzen konnte und mit einer starken Leistung ein 0:1 noch in ein 3:1 gedreht hat. Negativ - siehe oben ...
HS24: Welche Spielerin Ihrer Mannschaft gehört zu den positiven Überraschungen der Vorrunde?
Käßner: Ganz klar unsere beiden B-Juniorinnen Lucienne Schäfer (Abwehr) und Lisa Koch (Sturm), die sich in ihrem ersten Jahr und mit Doppelbelastung (B-Mädchen und Damen) in die Stammformation der Verbandsligamannschaft gespielt haben.
HS24: Gibt es in der Winterpause Neuzugänge oder verlassen Spielerinnen den Verein?
Käßner: Leider müssen wir den Abgang von Jessica Quanz verkraften, die aus persönlichen Gründen zurück nach Obermelsungen gewechselt ist. Während der Hinserie konnten wir Johanna Ochs (ehemals SG Gilsa/Jesberg) für unser Verbandsligateam gewinnen.
Mit den schon spielenden S. Heideroth, U. Knauff ehemals Kühne, J. Kling, L. Meiß sind es nun mittlerweile fünf Ex-Gilsa-Spielerinnen, die bei uns eine neue Heimat gefunden haben, mit weiteren sind wir im Kontakt ...
US-Rückkehrerin Sabrina Theis wird ab der Rückserie wieder unsere Zweite Mannschaft unterstützen.
Sehr wahrscheinlich wird sich noch eine Spielerin aus Niedersachsen unserer Mannschaft anschließen, aber solange noch nichts unterschrieben ist.
HS24: Welche Spielerin der Reserve hat das Potenzial in der ,,Ersten" zu spielen?
Käßner: Die Tür ist nie zu, wer sich aufdrängt, bekommt seine Chance.
HS24: Wie bewerten Sie den Rückrundenauftakt?
Käßner: Da wir aufgrund eines Todesfalls und eines verlegten Spieles schon am 18.2.2012 gegen die Reserve der Eintracht Wetzlar (Tabellenzweiter) auf Kunstrasen und eine Woche später gegen die Mannschaft von der DFC Allendorf/Eder antreten werden, ist es ein schweres Auftaktprogramm für uns.
HS24: Wer wird Meister und wo landet Ihr Verein?
Käßner: Man macht das normalerweise nicht, aber dem TSV Obermelsungen kann man schon mal gratulieren. Elf Spiele, elf Siege und 15 Punkte Abstand auf Platz zwei, da sollte nichts mehr anbrennen. Wir werden alles tun, um Platz acht zu erreichen.
HS24: Haben Sie Ihren Vertrag bereits verlängert?
Käßner: Es existiert kein Vertrag, ich bin nun seit sieben Jahren Trainer der TuS und hoffe, dass ich meine Ankündigung wahrmachen kann, nach einem Jahrzehnt das Zepter abzugeben.
HS24: Welches Ereignis außerhalb des Sports hat Sie 2011 am meisten bewegt?
Käßner: Viele Dinge. Die Atomkatastrophe in Japan unter anderem.
HS24: Welche Regel gehört im Fußball unbedingt abgeschafft oder geändert?
Käßner: Dass man für eine „Notbremse" im Strafraum eine Rote Karte plus Elfmeter bekommt und die Spielerin noch teilweise zusätzlich vier Spiele gesperrt wird. Mir wäre es lieber mit Gelb plus Elfmeter plus Zeitstrafe (30 - 45 Minuten) je nach Art des Vergehens, so wäre die gefoulte Mannschaft trotzdem mehrfach im Vorteil (Elfmeter und Überzahl), aber die Spielerin würde ihrer Mannschaft nicht vier Wochen lang fehlen, da ja fast jede Mannschaft im Amateurbereich über Personalmangel klagt. Auszeiten, wie zum Beispiel im Handball wären auch wünschenswert.
HS24: Wer wird Deutscher Meister und für wen schlägt Ihr Herz in der Bundesliga?
Käßner: FC Bayern München
HS24: Nächstes Jahr ist die EM in Polen und der Ukraine. Was trauen Sie dem deutschen Team zu und wer sind Ihre Favoriten?
Käßner: Deutschland wird Europameister.
HS24 sagt Danke für das Gespräch und wünscht Ihnen und der Viktoria Großenenglis alles Gute für 2012!