Rotenburg (red) - Der DHB-Länderpokal findet am 2. und 3. April in Rotenburg an der Fulda statt. Hier treten die jeweils besten fünf Ländermannschaften in der weiblichen und männlichen Jugend an, um ihren „Deutschen Meister" zu ermitteln. Wir sprachen im Vorfeld mit Christian Schwarzer, dem DHB-Jugendkoordinator.
Christian (Blacky) Schwarzer DHB-Jugendkoordinator und einer der erfolgreichsten deutschen Handball aller Zeiten wird am kommenden Wochenende in seiner neuen Funktion nach Rotenburg an der Fulda kommen, um die besten deutschen Nachwuchshandballer genau unter die Lupe zu nehmen. Für den männlichen Bereich trägt er seit gut einem Jahr die Verantwortung und stand uns in dieser Funktion für eine Interview vor dem DHB-Länderpokal zur Verfügung.
Ausrichter: Herr Schwarzer, welchen Stellenwert hat der DHB-Länderpokal für den Deutschen Handballbund und für Sie in Bezug Talentförderung?
Schwarzer: Für diesen Jahrgang (94) ist es die zweite Sichtungsveranstaltung. Es ist für uns sehr wichtig, die Jugendlichen in gewissen Abständen wieder zu sehen, um Tendenzen der Entwicklung sofort zu erkennen und darauf Einfluss zu nehmen. Wir haben einige Spieler schon seit einigen Monaten auf unserer Liste aber gerade in diesem Alter gibt es auch Spieler, die erst später einen großen Entwicklungsschritt machen. Diese haben hier auf jeden Fall eine Chance sich zu präsentieren und für weitere Aufgaben zu qualifizieren.
Ausrichter: Welche internationalen Aufgaben warten auf die gesichteten Spieler und wie ist Deutschland im internationalen Vergleich aufgestellt?
Schwarzer: Es stehe in den nächsten Monaten zwei internationale Maßnahmen auf dem Programm. Zunächst geht es nach Frankreich zum deutsch-französischen Treffen und dann in die Türk

ei zum European Olympic Festival. An beiden Turnieren haben wir bereits mehrfach teilgenommen und es sind sehr gute Standortbestimmungen. Mit Frankreich sehen wir uns im Jugendbereich auf Augenhöhe und sind auch im Vergleich zu anderen Handballnationen konkurrenzfähig. Wir haben in diesem Jahrgang keinen jungen „Nicola Karabatić" aber wir haben eine ausgeglichene Breite mit guten und entwicklungsfähigen Persönlichkeiten. Ich bin in diesem Alter ein strikter Gegner einzelne Spieler herauszuheben. Die Jugendspieler sind noch mitten in der Entwicklung und man tut keinen Spieler damit einen Gefallen ihn aus einer Mannschaft hervorzuheben.
Ausrichter: Wer ist für Sie der Favorit beim DHB-Länderpokal in Rotenburg an der Fulda?
Schwarzer: Aus meiner Sicht ragt in diesem Jahr kein Landesverband deutlich heraus. Die Berliner haben sicher den Vorteil, dass sie nahezu mit einer Vereinsmannschaft antreten und damit viel mehr gemeinsame Trainingseinheiten absolviert haben, als die anderen Teams. Sie sollten also besser eingespielt sein. Baden und Sachsen halte ich für gleichst

ark. Dadurch, dass das Turnier an einem neutralen Ort stattfindet, sind die Teams auf Augenhöhe und ich bin selbst gespannt, wer am Ende die Nase vorne hat.
Ausrichter: Der DHB plant für das kommende Jahr eine Strukturänderung im Rahmen des Länderpokales. Was ist da zu erwarten und warum wird eine Änderung vorgenommen?
Schwarzer: Wir wollen noch mehr Teams die Chance geben, sich beim Finale zu präsentieren und die Spieler vorzustellen. Es sollen fünf Vorrundengruppen mit je vier Teilnehmern gespielt werden und jeweils die beiden Erstplatzierten qualifizieren sich. Damit haben wir zehn Teams im Finale und werden dieses auf drei Tage ausdehnen. Für uns wird es immer wichtiger, möglichst lange viele Spieler in ihrer Entwicklung zu beobachten und zu fördern. Ich denke da sind wir auf einen richtigen Weg.
Bundestrainer Heiner Brand besucht den DHB-Länderpokal in Rotenburg an der Fulda
Da lässt es sich auch Bundestrainer Heiner Brand nicht nehmen, am Sonntag in Rotenburg an der Fulda bei den Spielen vorbeizuschauen, um insbesondere den männlichen Nachwuchs eingehend zu beobachten. Einige der Spieler sind bereits für die deutsche Jugend- und Juniorennationalmannschaft aufgelaufen und wollen sich jetzt vor den „Augen des Meisters" positiv zeigen. Heiner Brand hat sich bereits zu Beginn seiner Laufbahn als Handballbundestrainer für Nachwuchsarbeit stark gemacht und sich die Intensivierung der Jugendarbeit im Handball gewünscht. Mit der Verpflichtung von Christian Schwarzer als DHB-Jugendkoordinator konnte einer der erfolgreichsten Spieler des letzten Jahrzehnts für diese wichtige Aufgabe gewonnen werden.
Die Ticketpreise sind folgende:Eine Tageskarte, die zum Eintritt in beiden Hallen und zu allen Spielen an diesem Tag berechtigt, kostet 10,- Euro. Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren zahlen 7,- Euro. Kinder unter 12 Jahren haben kostenfreien Eintritt. Handballfreunde, die an beiden Spieltagen das Turnier verfolgen möchten, können eine Dauerkarte für 17,- Euro (12,- Euro für Jugendliche) erwerben. Mannschaften oder Gruppen erhalten die Tickets nach dem System fünf bezahlen und eine Karte kostenfrei erhalten (5+1, 10+2 etc.). Die Tickets sind im Posthotel Rotenburg oder über das Internet unter ticketlager.de erhältlich.
Quelle: SPEED Marketing