Rotenburg (red) - Spannende und zum großen Teil hochklassige Begegnungen sahen insgesamt 1500 Zuschauer in der Großsporthalle und der Göbel Hotels Arena in Rotenburg an der Fulda. Mit Brandenburg im weiblichen Bereich und Baden bei der männlichen Jugend gewannen die über die gesamten Spiele gesehen ausgeglichensten Mannschaften.
„Die Organisation vor Ort war wirklich perfekt. Wir haben die richtige Entscheidung getroffen, hier nach Rotenburg zu kommen. Auch das Zusammenspiel mit der männlichen und weiblichen Jugend hat gut funktioniert. Die TG Rotenburg hat sich in der Großsporthalle ganz viel Mühe gegeben und insbesondere mit dem Catering alle begeistert. Da hat man gesehen, dass die Veranstaltung mit viel Herzblut begleitet wurde. Ein ganz herzliches Dankeschön an Alle, die zu der gelungenen Veranstaltung beigetragen haben," äußerte sich Barbara Smajevic begeistert, die mit der Organisation dieses Länderpokals für den DHB ihren letzten Einsatz in dieser Funktion beendet hat, da sie im Sommer aufhören wird. Auch die Organisation in der Göbel Hotels Arena lief perfekt und nährt die Hoffnung, dass der Deutsche Handballbund nicht das letzte Mal den Weg nach Rotenburg an der Fulda gefunden hat.
Weibliche Jugend – Brandenburg siegt vor Niedersachen und Bayern
In der weiblichen Jugend kristallisierte sich am ersten Tag eine Art „Zweiklassengesellschaft" heraus. Mit Bayern, Südbaden und Brandenburg agierten drei Teams auf Augenhöhe, während Rheinland-Pfalz und Niedersachsens den anderen Teams auch körperlich unterlegen waren und mit null Punkten in den zweiten Tag starten mussten. Brandenburg konnte beiden Partien gegen Rheinland-Pfalz (22:20) und Niedersachsen (26:17) recht souverän gewinnen, während sich Bayern und Südbaden in einem hochklassigen und spannenden Spiel mit 25:25-Unentschieden trennten.
Der zweite Turniertag begann bereits zur ungewöhnlichen Zeit von 8.30 Uhr mit einem Handballknaller. Von wegen Müdigkeit! Südbaden und Brandenburg kämpften bis zur letzten Sekunden um eine weitere gute Ausgangsposition für den Turnierverlauf. Mit herausgenommenen Torhüter erzielte Südbaden fünf Sekunden vor Schluss den 24:24 Ausgleich, konnte die Torhüterin aber nicht so schnell wieder auf das Spielfeld bringen, dass sie die „schnelle Mitte" von Brandenburg abwehren konnte. Mit der Schlusssirene fiel daher der Siegtreffer für Brandenburg, begleitend von lautstarken Protesten der den Fans und Spielerinnen aus Südbaden, die einen Regelverstoß (übertretene Mittellinie) der Brandenburgerinnen gesehen haben wollten und im Anschluss an die Partie Protest einlegten. Das Turnier fand ungeachtet des Einspruchs seine Fortsetzung mit der Partie zwischen Bayern und Brandenburg. Die beiden gleichwertigen Teams zeigten eine überdurchschnittliche Leistung auf Augenhöhe. Bayern musste das Spiel unbedingt gewinnen, um die Chance auf den Pokalsieg zu wahren, kämpfte bis zu letzten Sekunde, musste sicher aber mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Das 24:24 sicherte Brandenburg mit nur einem Unentschieden und drei Erfolgen den Pokalsieg. Nach einem eher durchwachsenen ersten Turniertag steiger sich die Landesverbandsauswahl Niedersachsens und belegte in der Endabrechnung den zweiten Platz.
Die sportfachliche Bewertung des weiblichen DHB-Länderpokals liefert Ute Lemmel, Bundestrainer Nachwuchs. „Wir sind in unseren vorherigen Einschätzungen bestätigt worden. Brandenburg und Bayern waren für uns die Favoriten, Südbaden hat uns in der mannschaftlichen Geschlossenheit überrascht. Die Spielerinnen, die wir auf unseren Zetteln haben, sind auch die tragenden Säulen ihrer Teams gewesen. Mit den individuellen Leistungen war ich zufrieden, allerdings haben mir eigentlich in allen Teams, ich nehme da Südbaden einmal aus, die spielerischen Mittel gefehlt. Vieles ging über Kampf und Einzelaktionen. Brandenburg war in der konditionellen Verfassung einfach einen Tick besser und hat dadurch verdient gewonnen. Die sportlichen Voraussetzungen waren hier in Rotenburg ideal, alles hat gepasst, herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben."
Ergebnisse: weibliche JugendSüdbaden - Niedersachen 28:24 (15:13)
Brandenburg – Rheinland-Pfalz 22:20 (12:5)
Bayern – Südbaden 25:25 (13:13)
Niedersachen – Brandenburg 17:26 (10:12)
Rheinland-Pfalz – Bayern 19:26 (6:10)
Südbaden – Brandenburg 24:25 (10:13)
Niedersachen – Rheinland-Pfalz 25:14 (9:8)
Brandenburg – Bayern 22:22 (11:13)
Rheinland-Pfalz – Südbaden 25:22 (13:6)
Bayern – Niedersachen 18:24 (10:10 )
Tabelle:1. Brandenburg 7:1
2. Niedersachsen 4:4
3. Bayern 4:4
4. Südbaden 3.5
5. Rheinland-Pfalz 2:6
Männliche Jugend – Baden siegt denkbar knapp vor Sachsen und Berlin
Der erste Tag im DHB-Länderpokal sah zahlreiche überraschende Ergebnisse, so verlor die Auswahl Berlins gleich die erste Partie sehr deutlich gegen Sachsen mit 32:23 obwohl sie als einer der Mitfavoriten galt. Auch die Bayrische Auswahl verlor die erste Partie unerwartet mit 18:22 gegen Württemberg. Berlin erholte sich von dem Schock der Auftaktniederlage sehr schnell und gewann die zweite Partie mit 33:29 gegen Bayern, die damit bereits die zweite Niederlage einstecken mussten und damit jegliche Chance auf den Turniersieg eingebüßt hatten. Sachsen und Baden gingen mit jeweils einem Sieg und einer Niederlage in den zweiten Turniertag. Auch Württemberg wahrte mit zwei Punkten die Chance auf den Turniersieg.
Der zweite Turniertag sah mit der Niederlage (31:32) von den zuvor starken Sachsen gegen die bis dahin sieglosen Bayern wieder eine Überraschung und machte erneut deutlich, wie ausgeglichen die ei

nzelnen Landesverbandsmannschaften in der männlichen Jugend waren. Baden kristallisierte sich am Ende als auch konditionell stärkste Mannschaft heraus und musste nur gegen Berlin und Sachsen jeweils ein unentschieden hinnehmen. Die allerletzte Partie des Tages brachte bei der männlichen Jugend die Entscheidung und dabei ging es mehr als knapp zu. Baden und Sachsen trennten sich nach großartigem Kampf beider Teams Unentschieden mit 24:24. Berlin fehlte somit nur ein Tor um Turniersieger zu werden und endete auf dem dritten Platz. Dies zeigt wie eng es in der männlichen Jugend zuging.
Die DHB-Offiziellen aber auch die Teams selbst waren voll des Lobes über die Gesamtorganisation aber auch über die örtlichen Voraussetzungen in Rotenburg. Dr. Pavol Schleicher, Trainer des Landesverbandes Baden sprach gar von Bedingungen wie bei Europameisterschaften.
Heiko Karrer und Christian Schwarzer, das verantwortliche Duo für die Nachwuchsnationalmannschaften des DHB waren so begeistert, dass sie sich vorstellen könnten, in der Zukunft auch die ein oder andere Maßnahme der Jugendnationalmannschaften in Rotenburg durchzuführen. „Für uns war eine solche Veranstaltung sehr wichtig, denn nur so können wir die Entwicklung der Spieler verfolgen. Es ist uns jetzt klein neuer Spieler besonders aufgefallen aber die Akteure, die wir schon auf unseren Zetteln haben, konnten im vergangenen Jahr einen deutlichen Schritt nach vorne machen", erläutert Schwarzer das sportliche Ergebnis des DBB-Länderpokals für die Nationaltrainer.
männliche Jugend:Sachsen – Berlin 32:23
Bayern – Württemberg 18:22
Baden – Sachsen 25:25
Berlin – Bayern 33:29
Württemberg – Baden 19:30
Sachsen – Bayern 31:32
Berlin – Württemberg 29:26
Bayern – Baden 30:31
Württemberg – Sachsen 20:33
Baden – Berlin 24:24
Tabelle:1. Baden 6:2
2. Sachsen 5:3
3. Berlin 5:3
4. Württemberg 2:6
5. Bayern 2:6
Quelle und Fotos: SPEED Marketing