Rotenburg (red) - In der vergangenen Tagen machte der Deutsche Handballbund eine Inspektionsreise nach Rotenburg an der Fulda, um sich beide Spielstätten und die jeweiligen Hotels für den DHB-Länderpokal nochmals genau anzusehen und die Details der Abläufe mit den Verantwortlichen vor Ort abzustimmen. „Wir freuen uns, dass es gelungen ist, beide Finalveranstaltungen an einem Austragungsort zu platzieren," äußerte sich Barbara Smajevic, Stellvertretende Vorsitzende des DHB-Jugendausschusses sehr erfreut über die vorgefundenen Möglichkeiten.
Es ist das 15. Finalturnier um den Deutschen Länderpokal, das jetzt in Rotenburg a. d. F. gespielt wird. Nach 1997 mit der Frauen-Weltmeisterschaft ist Rotenburg a. d. F. in diesem Jahr also wieder ein Treffpunkt der Handball-Fangemeinde.
In den Vorrunden haben sich die teilnehmenden Mannschaften aus Bayern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Südbaden, Niedersachsen, Württemberg, Sachsen, Berlin und Baden gegen 20 andere Verbandsmannschaften durchgesetzt und wir erwarten nun viele spannende und hochklassige Spiele. Der Deutsche Länderpokal bietet den Talenten der Jahrgänge 1994/95 (m) und 1995/96 (w) die Möglichkeit, sich mit den Besten Ihrer Altersklasse zu messen und die Ergebnisse ihrer langjährigen Trainingsarbeit zu präsentieren.
Sowohl in der Großsporthalle in Rotenburg an der Fulda als auch in der Göbel Hotels Arena werden am Wochenende des 2. und 3. Aprils jeweils 10 Partien auf höchstem Niveau ausgetragen. Unter den Aktiven sind sowohl im männlichen als auch im weiblichen Bereich zahlreiche Jugend- und Juniorennationalspieler und –spielerinnen aktiv. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Jugend- und Juniorennationaltrainer des Deutschen Handballbundes allesamt nach Rotenburg an der Fulda anreisen werden. Auch Christian genannt „Blacky" Schwarzer, Jugend-Koordinator des DHB, wird sich die Sichtungsmöglichkeit vor Ort nicht nehmen lassen und die Spiele besuchen. Ein ausführliches Interview mit Schwarzer über seine Erwartungen im Rahmen des DHB-Länderpokals werden wir in der kommenden Woche veröffentlichen.
Für das Turnier der weiblichen Jugend hat uns die hessische Trainerin des Jahrgangs 1995, Vicky Helms, die sich mit ihrem Team leider nicht für das Finale des DHB-Länderpokals qualifizieren konnte, eine Einschätzung der Chancen aller einzelnen Landesverbände gegeben.
Einen deutlichen Favoriten für den Gewinn des Länderpokals gibt es in diesem Jahr nicht. Bayern, Brandenburg und Niedersachsen haben große Chancen, wenn sie ihre Leistungsfähigkeit konstant abrufen können. Südbaden und Rheinland-Pfalz sind eher als Außenseiter einzustufen, können jedoch sicher für Überraschungen sorgen.
Der härteste Spielplan: HV Bayern
Besonders hart hat das Los des Endrunden-Spielplans den HV Bayern getroffen. Als einzige Mannschaft bestreiten die Bayern ihre Spiele an beiden Tagen mit nur jeweils knappen zwei Stunden Pause bis zum Wiederanpfiff. Dies könnte gerade am Sonntag, wenn es gegen Brandenburg

und gegen Niedersachsen geht, vielleicht zu einem entscheidenden Faktor werden: Denn das Team von Attila Kardos und Thomas Eck lebt vor allem von seiner zweikampfbetonten Spielweise. Dafür stehen Spielerinnen wie Nicole Lederer, Natascha Weber und Kreisläuferin Luisa Sturm, die bei der 1996er DHB-Sichtung vor drei Wochen ins Allstar-Team berufen wurden. Ein besonderes Augenmerk werden die anderen Landesvertreter in ihrer Vorbereitung allerdings vor allem auf Spielmacherin Saskia Putzke und Torhüterin Nicole Roth gelegt haben: beide gehören dem DHB-Kader für die U17-EM an und sind die Stützen der bisherigen Erfolge von Team Bayern.
Der souveränste Vorrunden-Sieger: HV Brandenburg
Mit 42 Toren Differenz aus drei Spielen setzte sich Brandenburg am deutlichsten in der Vorrunde durch: In der reinen Ost-Gruppe mit Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen warf das Team 81 Tore und ließ nur 39 zu. Neben diesem beeindruckenden Erfolg haben die Brandenburger noch einen entscheidenden Vorteil: Kaum eine andere Mannschaft dürfte so eingespielt sein, denn fast alle Spielerinnen kommen aus der Nachwuchsförderung von Bundesligist Frankfurter HC, wo Landestrainer Gernot Funk auch als Vereinscoach fungiert. Aus dem mit 95er und 96er Spielerinnen recht gemischten Team tragen Kreisläuferin Antea Arndt und Linkshänderin Jennifer Rode auch das Trikot der Jugendnationalmannschaft.
Der spannendste Finaleinzug: HV Niedersachsen
Beinahe dramatisch gestaltete sich die Ermittlung des Finalteilnehmers in Niedersachsen: Nachdem sich die Gastgeberinnen mit einem 22:22 von Württemberg trennten, entsc

hied die Partie gegen Hessen am Sonntagmorgen. Letztlich war es die um ein Tor bessere Differenz, die Niedersachsen die Endrunde ermöglichte und die ebenbürtigen Württembergerinnen rauswarf. Auch in der Endrunde wird Niedersachsen wie gewohnt auf die individuellen Stärken seiner Spielerinnen im Spiel Eins gegen Eins setzen. Eine offensive Abwehr und ein guter Gegenstoß zeichnen das Team von Sabine Janßen und Petra Brunet aus. Von Vorteil dürfte auch hier die Blockbildung sein, denn mehr als die Hälfte des Kaders spielt bei der HSG Badenstedt und führt dort die B-Jugend-Oberliga Niedersachsen an. Dies ist auch die Heimat von Jugendnationalspielerinnen Saskia Rast, die auf der rechten Seite für Wirbel sorgen wird.
Das unbeschriebenste Blatt: ARGE Rheinland-Pfalz
Noch nie ging der Länderpokal nach Rheinland-Pfalz – das haben die Spielerinnen der Arbeitsgemeinschaft mit Südbaden gemeinsam. Alle anderen Landesverbände können bereits auf Erfolge in diesem Wettbewerb verweisen. Für die Rheinland-Pfälzerinnen ist der Einzug in die Endrunde nach etlichen Jahren Abstinenz schon der erste Erfolg. Vor heimischem Publikum setzte sich das Team von Nathalie Oster und Jessica Oster in einer der „leichteren" Gruppen durch. Dabei erzielten Selina Adeberg, Damira Brand und Marlen Wehr die meisten Tore für ihr Team und gelten als die stärksten Spielerinnen im Trikot der ARGE.
Der einzige Auswärtssieg: HV Südbaden
Als einziger Mannschaft gelang den Spielerinnen aus Südbaden der Endrundeneinzug auf „fremdem Territorium". Während die übrigen vier Finalisten jeweils im eigenen Bundesland den Turniersieg errangen, setzten sich die Südbadenerinnen in Bremen gegen den Gastgeber sowie Westfalen und Berlin durch. Südbaden steht traditionell für eine offensive, bewegliche 3:2:1-Abwehr und ein schnelles Angriffsspiel mit quirligen Spielerinnen. In der Vorrunde waren es vor allem Denise Lizureck, Justine Bickel und Jule Wollny, die daraus für ihre Mannschaft erfolgreich trafen. In der Endrunde setzte die Truppe von Arnold Manz, der auch DHB-Nachwuchstrainer ist, vor allem auf Teamgeist, Herz und Leidenschaft.
Ticketverkauf:Die Veranstalter haben sich zu günstigen Eintrittspreisen entschieden. Eine Tageskarte, die zum Eintritt in beiden Hallen und zu allen Spielen an diesem Tag berechtigt, kostet 10,- Euro. Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren zahlen 7,- Euro. Kinder unter 12 Jahren haben kostenfreien Eintritt. Handballfreunde, die an beiden Spieltagen das Turnier verfolgen möchten, können eine Dauerkarte für 17,- Euro (12,- Euro für Jugendliche) erwerben. Mannschaften oder Gruppen erhalten die Tickets nach dem System 5 bezahlen und 1 Karte kostenfrei erhalten (5+1, 10+2 etc.) Die Tickets sind im Mannschaftshotel der weiblichen Teams, dem Posthotel Rotenburg oder über das Internet unter www.ticketlager.de erhältlich.
Quelle und Foto: SPEED Marketing