Borken (ajw) - Bei den nordhessischen Meisterschaften im Hammerwerfen gehörte die glänzende Siegesweite von Hella Böker (MT 1861 Melsungen) zu den herausragenden Ergebnissen dieser Veranstaltung. Die amtierende deutsche Meisterin in dieser Disziplin setzte sich im Borkener Blumenhain hinter der Senioren-Europameisterin Gudrun Melmann (Hamburg-Lurup) mit 34,56 Meter auf Rang zwei der diesjährigen deutschen Bestenliste.
„Ich fühle mich zurzeit in ausgezeichneter Verfassung", sagte Hella Böker und sieht der Saison optimistisch entgegen. „Bei den deutschen Seniorenmeisterschaften, die am 29. Juli in Minden ausgetragen werden, möchte ich in Topform sein und den zweiten Saisonhöhepunkt bei den deutschen Wurf-Mehrkampfmeisterschaften am 20. August in Zella-Mehlis mit einem Rekord krönen", verwies die erfolgreichste Athletin der Melsunger Turngemeide auf die mit ihrem Trainer abgestimmte Saisonplanung.
Leider wies der neue Hammerwurfring in Borken ein wenig Gefälle auf und schien auch für die meisten Teilnehmer zu glatt gewesen zu sein. „Ich musste meine Drehung vorsichtiger als sonst beginnen und kam beim Abwurf nicht mehr richtig in Fahrt", sagte Hella Böker nach dem Wettkampf, der mit einem Kuriosum begann. Lokalmatadorin Irma Kirchhofs, Dritte der deutschen Winterwurfmeisterschaften von Erfurt, begann mit 27,88 Meter, und auch Hella Böker, die unmittelbar nach ihr an der Reihe war, erzielte genau die gleiche Weite. Aber im zweiten Durchgang „brach sie dann aus", und der Aufschlag des 3kg-Hammers - gut zwei Meter hinter der 30m-Linie - deutete schon die Glanzweite an. Nach ihren 32,25 m ließ die sechsfache deutsche Seniorenmeisterin in dieser Disziplin 32,65 und 32,67 Meter folgen. Nachdem sich Irma Kirchhofs im vorletzten Durchgang auf 29,05 Meter gesteigert hatte, verbesserte sich Hella Böker mit ihrem fünften Versuch auf 33,52 Meter und verfehlte den Kreisrekord lediglich um 34 Zentimeter.
Eigentlich hatte sie für diesen Wettkampf die Rekordverbesserung von 33,86 Meter anvi-siert; diese Weite hatte sie bei ihrem Titelgewinn anlässlich der deutschen Winterwurfmeisterschaften in Erfurt aufgestellt. Hella Böker, die eine gute Koordinationsfähigkeit zur Durchführung der anspruchsvollen Drehbewegung im Hammerwerfen besitzt, setzte beim letzten Versuch alles auf eine Karte. Bereits in der Anschwungsphase, bei der der Hammer vorbeschleunigt und auf eine Kreisbahn gebracht wird, konnte man erkennen, dass sie sich etwas vorgenommen hatte. Da sie auch schneller andrehte, machte sich dies sowohl bei der Abfluggeschwindigkeit als auch bei der Weite bemerkbar. Als der Hammergriff ihre linke Hand verließ, wusste sie schon, dass das Sportgerät weiter als bisher fliegen würde. Und ihr Gefühl sollte sie nicht täuschen, denn der Hammer schlug knapp vor der 35-m-Marke ein und signalisierte einen neuen Kreisrekord. Als der Kampfrichter-Obmann 34,56 Meter vom Bandmaß ablas, stand fest, dass dies ein Rekordwurf war, mit dem sie die bis-herige Bestleistung um 70 Zentimeter verbessert hatte. Die deutsche Jahresbestleistung von Gudrun Mellmann aus Hamburg, die als Senioren-Europameisterin vor vier Wochen in Gent 34,96 Meter erreicht hatte, verfehlte Hella Böker lediglich um 40 Zentimeter. „In diesem Jahr halte ich im Hammerwerfen 36 Meter für möglich, an mehr will ich augenblicklich noch gar nicht denken", sagte die alte und neue Meisterin und untermauerte mit hervorragenden Leistungen und ihren vier Siegen bei den Regionalmeisterschaften im Kugelstoßen, Diskus-, Speer- und Hammerwerfen ihre Ausnahmestellung nicht nur in Nordhessen.
Henri Alter verbessert den Speerwurfkreisrekord auf 50,50 Meter
Bei den Bahneröffnungswettkämpfen in Kassel-Wehlheiden stand der neue Kreisrekord im Speerwerfen der männlichen Jugend B durch den Melsunger Henri Alter im Blickpunkt der Veranstaltung auf der Buchenau-Kampfbahn. Eine Überraschung war dieser Rekordwurf allerdings nicht, denn der Fünfzehnjährige ließ im Training mehrfach den 700g-Speer über die 50m-Marke segeln und kam eine Woche vorher bei den Kreismeisterschaften in Fels-berg trotz ungünstiger Windbedingungen bereits auf 48,86 Meter. Damals verfehlte er noch den acht Jahre alten Rekord von Oleg Anikin (TSV Remsfeld), der bei den nordhessischen Meisterscha

ften am 27. April 2003 im Kasseler Auestadion 49,22 Meter erreicht hatte.
In Wehlheiden blieb Alter dreimal über der bisherigen Rekordmarke und verbesserte diese schließlich um 1,28 Meter. Mit seinen 50,50 m ist Henri Alter der erste B-Jugendliche im Schwalm-Eder-Kreis, der die begehrte 50m-Marke in einem Wettkampf überbot. Gleichzei-tig erfüllte er auch mit diesem Wurf die A-Norm des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, die zur Teilnahme an den Jugend-Landesmeisterschaften am 19. Juni im Kasseler Auestadion berechtigt.
Bei den C-Schülerinnen imponierte die elfjährige Franziska Ebert (MT 1861 Melsungen) als Weitsprungsiegerin mit 4,24 Meter und als Zweite mit 1,18 Meter im Hochsprung hinter der überragenden Jennifer Zuban (Remsfeld), die 1,33 Meter übersprang.