München (red) - Errungen wurde das Edelmetall am sechsten Tag der 50. Weltmeisterschaft im Sportschießen auf der Olympiaanlage Hochbrück bei München von einer Juniorin: Jaqueline Orth aus Niederaula. Die 17-jährige Schülerin glänzte im Wettbewerb Sportgewehr der U 21. Im zweiten Durchgang der Mannschaftskonkurrenz stand ihr Name ganz oben auf der Ergebnisliste. Das war das Resultat eines grandiosen Auftakts.
Jaqueline Orth hatte die Ranglistenspitze mit 99 und 100 Ringen im Liegenddrittel übernommen. Die verteidigte die Ligaschützin der SG Mengshausen auch in der ersten Stehendserie mit dem Topresultat von 99 Ringen. Dann der Schock: 90 in der zweiten Stehendpasse. Die passte gar nicht ins Bild. Prompt fiel Jaqueline Orth in der Rangliste zurück, blieb aber noch unter den besten Zehn. Die bange Frage tat sich auf: Kommt die Hessenmeisterin zurück? Ja, sie schaffte es. Mit 95 und der absoluten Bestmarke von 100 Ringen in den beiden Kniendserien zum Abschluss erzielte sie ein Gesamtergebnis von 583 Ringen, das ihr in ihrer Wertungsgruppe den dritten Platz und insgesamt den vierten mit der ringgleichen Schwedin Haana Saeker einbrachten. Mit ihrem Resultat hatte die hessische Landeskaderschützin den größten Anteil am Gesamtergebnis der deutschen Nationalmannschaft der Juniorinnen, die auf 1733 Ringe kam und hinter dem neuen Weltrekord erzielenden Team der USA (1747 Ringe) die Silbermedaille errang. Beteiligt an diesem Erfolg der deutschen Juniorinnen waren ferner Yvonne Schlotterberck (Bisingen-Thanheim) mit 579 und Isabella Straub (Kirchseeon) mit 571 Ringen. Das deutsche Trio qualifizierte sich geschlossen für die WM-Entscheidung am Freitag.
Laufende Scheibe 10 Meter Mix der Frauen: Bronze verpasst
Erneut verfehlte das deutsche Frauenteam mit 1087 Ringen als Vierter eine Medaille. China siegte mit dem neuen Weltrekord von 1158 Ringen vor Russland mit 1113 und der Ukraine mit 1102. Im Einzel belegte Hessenmeisterin Daniela Faust (Großenlüder/Schwanheim) mit 364 Ringen den elften Rang. Ihre Teamkameradinnen Silke Abramovic (Braunschweig) wurde Siebte mit 369 Ringen, Anne Weigel (Düren) 14. mit 354.
Doppeltrap der Männer: Waldemar Schanz knapp am Finale vorbei
Der DSB berichtete: Der zweimalige Vizeweltmeister Waldemar Schanz (Wiesbaden) hat im Doppeltrap bei der 50. Weltmeisterschaft in München um einen Treffer das Finale verpasst. Er wurde 13. mit 143 getroffenen Scheiben. Andreas Löw (Weinberg) kam mit 134 Treffern auf den 37. und Michael Goldbrunner (Geretsried) mit 133 auf den 38. Rang.
Mit dem eingestellten Weltrekord von 147 Treffern ging Wassili Mosin (Russland) als Führender in das Finale der besten Sechs. Er leistete sich hier jedoch vier Fehler. Diese Schwäche nutzte Joshua Richmond (USA), der nach der Qualifikation noch einen Treffer hinter dem Russen lag. Mit der optimalen Ausbeute von 50 Treffern im Abschlussmatch sicherte sich der Amerikaner die Goldmedaille, Mosin (193 Treffer) errang Silber im Stecher gegen den punktgleichen Binyuan Hu (China) mit 30:29. Waldemar Schanz hatte am Morgen auf dem schwierigen C-Stand mit 47 Treffern begonnen. Im zweiten Durchgang erzielte der Hesse 49 und beim Abschluss des Mannschaftswettbewerbs noch einmal 47. Das deutsche Team mit Waldemar Schanz, Andreas Löw und Michael Goldbrunner belegte den zehnten Rang mit 410 Treffern. Den Mannschaftstitel sicherte sich die USA mit 433 Treffern vor Russland mit 427 und Großbritannien mit 425.
Olympische Schnellfeuerpistole der Männer: Christian Reitz auf Rang 20
Nach dem ersten Halbprogramm der Schnellfeuerschützen liegen Ralf Schumann (Stockheim) und Christian Reitz (Frankfurt am Main) mit jeweils 288 Ringen auf den Plätzen 18 und 20. Philipp Wagenitz (Löbau) belegt nach der ersten Hälfte des Wettkampfs mit 286 Ringen den 30. Platz. Es führt Jian Zhang (China) mit 294 Zählern. Das zweite Halbprogramm und das Finale finden morgen statt.
Olympische Schnellfeuerpistole der Junioren: Deutscher führt bei Halbzeit
Bei den Junioren führt Gregor Lütkevedder (Paderborn) mit 289 Ringen die Konkurrenz an. Oliver Geis (Mengerskirchen) liegt mit 279 Ringen auf Platz acht, einen Rang vor Aaron Sauter (Beerfelden), der mit 278 Ringen auf dem neunten Platz folgt.
Quelle: Herbert Vöckel