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Handball

+++ HSG Bad Wildungen aktuell: "Aufhören, wenn es am schönsten ist" +++
Bildquelle: HSG Bad Wildungen VipersBad Wildungen - Miranda Schmidt-­Robben wird nach der Saison 2017/2018 ihre aktive Karriere beenden. Die offi­zielle Ver­ab­schied­ung findet am 12. Mai 2018 beim Heim­spiel der Vipers gegen Bietig­heim statt.

Seit 2009 gehört die nieder­ländische Links­außen zum Inventar der Vipers – mit ihren Toren, ihrem Ehr­geiz und ihrer enormen Fitne­ss hat sie sich schnell in die Herzen der Fans gespielt. Die Links­außen über­zeugt nicht nur im Angriff mit ihrer Wurf­stärke, sondern auch in der Deckung mit ihrer taktisch klugen Spiel­weise. Aber auch im Team ist sie eine absolute Führungs­persön­lich­keit, die ihre Mit­spieler­innen immer wieder positiv antreibt.
 
Die aktuelle Spiel­zeit wird für Miranda Schmidt-Robben die letzte Saison in ihrer erfolg­reichen Karriere sein. In diesem Inter­view blicken wir mit ihr auf diese tolle Zeit zurück:
 

Miranda, wenn du heute an den 16. Mai 2018 denkst, was empfindest du dann?

M: Wenn ich jetzt an diesen Tag denke, könnte ich gleich­zeitig lachen und weinen. Ich werde schon langsam nerv­ös und bekomme auch das berühmt-berüchtigte Kribbeln im Bauch. Das letzte Mal vor eigenem Publikum, und zehn Tage später ist auf einmal etwas vorbei, wofür man jahrelang gelebt hat – schon irgendwie seltsam.
 

Wann hast du für dich ent­schieden, dass nach dieser Saison deine Karriere vorbei sein wird, und welche Gründe spielten für dich die ent­scheidende Rolle?

M: Ehrlich gesagt war ich schon nach der letzten Saison kurz davor, auf­zu­hören. Ich hatte aber irgend­wie das Gefühl, dass ich noch nicht ganz fertig war mit Hand­ball, jetzt bin ich mir dagegen sicher – und diese Saison wird ver­mut­lich die erfolg­reichste der Vereins­geschichte, und da ist es schön, noch mal mit­ge­holfen zu haben. Es wird jedoch einfach mal Zeit für einen neuen Lebens­ab­schnitt: Familien­planung vor­antreiben, beruf­lich weiter­ent­wickeln und einfach mal Frei­zeit haben, um zu reisen und das Leben zu genießen. Außer­dem bin ich bis jetzt ohne große Ver­letzungen (toi, toi, toi) durch meine Lauf­bahn gekommen, da will ich das Schicksal nicht noch unnötig her­aus­fordern.
 

Als dienstälteste Spielerin hast du in deiner Hand­ball­karriere eine Menge erlebt. Wieso bist du den Vipers so lange treu geblieben, und gab es in den Jahren nicht auch ver­lockendere Angebote?
 
M: Neun Jahre beim gleichen Verein zu bleiben ist heut­zu­tage im Spitzen­sport ja nun nicht mehr gerade an der Tages­ordnung. Natür­lich gab es zwischen­durch immer wieder mal andere An­gebote, auch aus dem Ausland und sportlich sowie finan­ziell manch­mal lukrativer, aber von Jahr zu Jahr habe ich mich hier im Waldecker Land ein­fach immer mehr ver­wurzelt. Ich war und bin immer noch extrem stolz darauf, dass wir mit unserem kleinen Verein und unseren begrenzten finan­ziellen Mög­lich­keiten trotzdem in Deutsch­lands Spitzen­klasse immer wieder für Schlag­zeilen sorgen konnten.
 

Wenn du auf deine Zeit bei den Vipers zurück­schaust, was ist dein persön­licher Höhe­punkt in dieser Zeit gewesen?

M: Sportlich gesehen gab es da einige, wie zum Bei­spiel die ersten beiden Jahre in Bad Wildungen, als ich neben­bei noch holl­ändische National­spielerin war. Und natür­lich die mit­reißenden Siege als krasser Außen­seiter damals in Leipzig oder wie im Januar gegen den großen Thüringer HC. Auch die beiden Auf­stiege in die 1. Hand­ball Bundes­liga Frauen, und hier vor allem der, als gleich­zeitig meine Schwester ebenfalls mit ihrem Verein aufstieg, sind nicht zu vergessen. Und jetzt als Krönung in meinem letzten Jahr: das Olymp Final4 im Mai in Stutt­gart!
 
 
Du bist nun auch in Waldeck-Frankenberg sess­haft geworden. Was war neben deiner Familie der aus­schlag­gebende Grund dafür?

M: Familie ist natürlich der wichtigste Punkt, aber es gibt hier auch viele schöne Ecken in der Umgebung. Im Sommer kann man am See liegen und Wasser­sport machen und im Winter sogar Ski fahren. Leider fehlt für die jungen Leute ein bisschen die Action, dafür kann man sich über mangelnde Ruhe nun nicht beschweren.
 

Wie be­urteilst du die Ent­wicklung der letzten Jahre bei den Vipers – wo steht das Team in fünf Jahren?

M: Unsere Ent­wicklung war genau richtig: nicht zu schnell, aber dafür konti­nu­ier­lich. Meistens ist es doch so, dass wenn man zu schnell wächst, man auch sehr schnell wieder fallen kann. Wirt­schaft­lich und sport­lich geht es Schritt für Schritt nach oben. Ich hoffe nur aus tiefstem Herzen, dass diese Tendenz in der Zukunft bestehen bleibt, da die Rahmen­be­dingungen in unserem Sport immer schwieriger werden – sei es bei­spiels­weise die Sponsoren­suche oder auch einfach nur passende Spieler­innen zu finden. Es hängt vieles davon ab, wer in Zukunft die Fäden im Verein zieht. Wenn die bisherigen Vipers-Ver­ant­wort­lichen Uwe Gimpel, Simon Hallenberger und Tessa Bremmer mal nicht mehr den Verein führen, weiß ich nicht, ob irgen­dein Außen­stehender jemals in der Lage sein wird, unsere Erfolgs­geschichte als kleiner Dorfverein in der großen Bundes­liga fort­zu­führen.
 

Wenn du ein persön­liches All-Star-Team deiner Karriere auf­stellen müsstest, wie würde es aussehen?

M: Tor – Jokelyn Tienstra, LA – Jolanda Bombis-Robben, RL – Sabine Heusdens, RM – Pearl van der Wissel, RR – Anouk Nieuwenweg, RA – Annika Busch, KM – Tessa Cocx
 

Liebe Miranda, vielen Dank für das Inter­view. Wir werden dich am 12. Mai 2018 beim letzten Heim­spiel­samstag der Saison gebührend verabschieden!
 

Kurzinfo: Miranda Schmidt-Robben

Spitzname: Miri

Geburtstag: 13. Dezember 1986

Geburtsort: Emmen, Niederlande

Spielposition: Linksaußen

Länderspiele NL: 92 (129 Tore)
 

Sportliche Stationen

1996–2005: E&O Emmen (NL)

2005–2007: V&L Geleen (NL)

2007–2009: Borussia Dortmund

2009–2018: HSG Bad Wildungen Vipers
 

Sportliche Erfolge

Aufstieg mit Borussia Dortmund in die 1. Bundesliga Frauen 2008

Aufstieg mit Bad Wildungen Vipers in die 1. Bundesliga Frauen 2011 + 2014

Teilnahme an der WM 2005

Teilnahme an der EM 2006 + 2010




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