Wabern - Im "Ligen-Check" 2023/24 stellen wir heute den TSV Wabern vor. Die Mannschaft spielt in der Fußball-Gruppenliga und belegt nach der Hinrunde den ersten Rang. Als Spielertrainer ist Patrick Herpe (Foto) tätig.

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, musste sich der TSV nach dem Abstieg aus der Verbandsliga erst mal einer Verjüngungskur unterziehen, denn mit Florian Korell, Florian Amert und Andreas Schluckebier beendeten gleich drei Waberner Urgesteine ihre Karrieren.

Aber die Reiherwälder schlossen die entstandenen Lücken mit Furkan Eker, Umut Eker (beide TSV Obermelsungen), Paul Kuntze (TSV Besse), Maurice Sauer (FSG Gudensberg), Maximilian Kördel (Melsunger FV) und Max Lange (eigene Jugend) adäquat.

Die neue Spielzeit begann dann auch prächtig und man konnte die SG Goddelsheim/Münden mit einem satten 5:0 nach Hause schicken – Tabellenführung! Die hielt aber erst mal nicht lange, denn es folgten die einzigen beiden Partien der kompletten Hinserie, in denen der TSV ohne Sieg blieb: Gegen den TuSpo Mengeringhausen gab es ein 1:1 und dem 1. FC Schwalmstadt unterlagen die Zuckerrübenstädter gar mit 1:2 – beides auch noch auf eigenem Rasen!

Doch damit hatte es sich dann auch für die Gegner, alle weiteren 13 Begegnungen wurden gewonnen!

Wenn man einen Patrick Herpe im Sturm hat, verbietet es eigentlich zu fragen, welcher Mannschaftsteil der stärkste ist, aber beim Primus der Gruppenliga darf man das, denn die Defensive des TSV hat auch einen großen Anteil am Erfolg, schließlich ließ sie in 16 Spielen nur neun Gegentore zu – Ligabestwert!

Doch all die tollen Werte bringen nichts, wenn am Ende nicht auch der erste Platz steht – und der ist noch lange nicht sicher, denn ein Team spielt eine ähnlich gute Saison: Der 1. FC Schwalmstadt hängt an den Hacken von Christoph Bergmann und Co., lässt sich einfach nicht abschütteln.

Und genau mit diesem Kontrahenten hat es der TSV Wabern am ersten Spieltag nach der Winterpause zu tun. Am 03. März geht es - vermutlich - nach Treysa!

Doch vorher unterhielten wir uns noch mit TSV-Coach Herpe, wie er die Hinrunde bewertet:


Hallo, Herr Herpe, Ihr belegt zurzeit den ersten Platz in der Gruppenliga. Wie lautet Ihr Fazit über die Vorrunde?

Herpe: Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir uns schnell gefunden und dann auch von den Ergebnissen besser abgeliefert, als wir es selbst erwarteten. Wir haben zuletzt 13 Ligaspiele in Serie gewonnen, somit konnten wir mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen.


Was war gut und wo muss sich Ihr Team noch verbessern?

Herpe: Wir haben uns nach dem Abstieg wieder vermehrt auf Grundtugenden im Fußball fokussiert. So ein Abstieg nimmt einen ja auch mental mit, von daher war es wichtig, dass wir die einfachen Dinge wieder gut umsetzen und Spaß am Fußball haben.

Als das gegeben war, haben wir uns wieder auf das Spiel mit Ball konzentriert und uns da weiter entwickelt. Zudem konnten wir unser Gegenpressing verbessern. In der Rückrunde wollen wir weiter daran arbeiten und noch dominanter auftreten.


Ist der Aufstieg das große Ziel?

Herpe: In unserer aktuellen Situation ist es klar, dass wir versuchen wollen, wieder in die Verbandsliga aufzusteigen. Die Liga hat natürlich sportlich einen großen Reiz und auch eine gewisse Euphorie im Verein und im Umfeld ausgelöst. Diese wollen wir so weit tragen, wie es möglich ist.

Unser Umfeld ist so ausgerichtet, dass wir mit jungen und regionalen Spielern arbeiten – damit identifizieren sich die Leute in Wabern und Umgebung!

Für uns ist der Aufstieg allerdings kein Muss, wir holen aktuell nur das Beste aus der Mannschaft und dem Verein heraus. Daher geht die Welt bei uns nicht unter, falls wir es nicht schaffen – aber wir wollen es!


Wer sind die ärgsten Kontrahenten im Kampf um den ersten Platz?

Herpe: Das ist aktuell der 1. FC Schwalmstadt. Dort arbeitet man natürlich mit anderen Möglichkeiten als bei uns. Sie machen das momentan sehr gut und wirken auch sehr stabil.


Am ersten Spieltag im neuen Jahr am 03. März geht es zum Zweiten 1. FC Schwalmstadt. Mit denen ist ja noch eine Rechnung offen. Fällt hier eine Vorentscheidung im Meisterschaftsrennen?

Herpe: Ich bin kein Freund von solchen Rechnungen. Wir schauen nur auf uns. Aber klar, mit einem Sieg können wir uns etwas absetzen, bei einer Niederlage sind wir immer noch in der Situation, Erster zu bleiben. Von daher liegt der größere Druck erst mal nicht bei uns. Die Rückrunde ist zudem lang.

Unsere Trainingsmöglichkeiten sind im Winter immer etwas schwieriger. Uns fehlen einige Einheiten auf dem Platz aufgrund der Witterungsbedingungen. Ein Kunstrasen würde uns da sicher guttun. Von daher ist Schwalmstadt erst mal Favorit.


Bleiben Sie über den Sommer hinaus Trainer beim TSV?

Herpe: Wir haben gute Gespräche geführt und der Verein wird darüber informieren ...


Hessensport24 bedankt sich für das Interview und wünscht dem TSV alles Gute für die Rückrunde 2023/24!


Torschützen Erste Mannschaft:

Platz Spieler Mannschaft Tore
1. Patrick Herpe TSV Wabern 15
2. Niklas Müller TSV Wabern 8
3. Luca Wendel TSV Wabern 5
  Marius Rohde TSV Wabern 5
5. Furkan Eker TSV Wabern 4
  Martin Mühlberger TSV Wabern 4
7. Maximilian Kördel TSV Wabern 3
8. Jan Schmeer TSV Wabern 2
9. Paul Kuntze TSV Wabern 1