Ismaning - Marc-André ter Stegen, Torhüter des FC Barcelona, spricht in Teil 1 des Exklusiv- Interviews mit SPORT1 über seine Zukunft beim FC Barcelona, die Finanzlage des Klubs, BVB-Star Erling Haaland und die Pläne zur Super League. Das Interview mit dem deutschen Nationalkeeper ist ab sofort auf SPORT1.de abrufbar. Anbei die wichtigsten Aussagen:


Marc-André ter Stegen…

… zur Wertschätzung in Barcelona, wo er in einem Atemzug mit Klublegende Andoni Zubizarreta genannt wird, und was ihm das bedeutet: „Die Leute wissen, dass ich immer mein Bestes gebe und mit Herzblut dabei bin. Das möchte ich nicht nur dahinsagen, sondern auf dem Platz und daneben vorleben. Wenn mich die Leute mit großen Torhütern wie Andoni Zubizarreta vergleichen, dann ehrt mich das.“

… über die Gründe für seine Vertragsverlängerung bis 2025: „Ich bin jetzt sieben Jahre hier und fühle mich sehr wohl. Durch den Präsidentenwechsel ist wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt. Das tut dem Verein gut. Barca wird auch in Zukunft erfolgreich sein, davon bin ich überzeugt. Für mich war deshalb gar nicht die Frage, ob ich verlängere, sondern nur wie lange.“

… über die Vertragsgespräche und die Tatsache, dass Barca über eine Milliarde Euro Schulden hat: „Die Schulden-Summe ist natürlich riesig. Wir versuchen aber, diese Themen von der Kabine fernzuhalten, auch wenn das oft leichter gesagt ist als getan. Unser Job ist es nun mal, Fußball zu spielen. Dafür werden wir bezahlt. Und ganz ehrlich: Ich bin froh, dass ich nicht in der Führungsetage arbeite und mich mit dieser Hier ein Screenshot des Interviews mit ter Stegen sowie den beiden SPORT1 Chefreportern Florian Plettenberg und Patrick Berger. (Copyright: SPORT1)großen Aufgabe beschäftigen muss. Wir alle sind uns aber der Pflicht bewusst, die wir dem Verein und den Menschen gegenüber haben. Diese aktuelle Phase tut dem Verein weh und natürlich wurde sie bei den Gesprächen und in meinem Vertrag berücksichtigt. Für die Übergangszeit ohne Zuschauer habe ich mit dem Verein eine gute Lösung gefunden.“

… zur Frage, ob er für weniger Geld als vor der Vertragsverlängerung spielt: „Es gibt viele Möglichkeiten. Eine davon ist das Modell der Stundung. Je nachdem, wie lange der Vertrag läuft, kann man die Zahlungen entsprechend anpassen. Die Gespräche waren relativ schnell abgehandelt. Wenn wir als Mannschaft dem Verein helfen können, dann tun wir das.“

… zu den Super-League-Plänen und den Reaktionen der Fans: „Ich verstehe den Unmut der Leute, aber es muss nicht zu einer Feldinvasion kommen. Ich möchte die Pläne nicht gutheißen, aber auch nicht pauschal verurteilen, aber ich habe mich mit dem Thema nicht allzu sehr beschäftigt. Ich habe im Vorfeld auch nichts davon gewusst und wurde von dem Thema überrascht. Dass es mal irgendwann im Raum stand, habe ich gehört. Für mich war es nie ein Thema, weil ich nicht dachte, dass es so schnell kommt und ich das als Spieler noch erlebe.“

… zur Frage, ob er Strafen der UEFA fürchtet: „Ich weiß nicht, was gewisse Leute für eine Macht haben. Ich kann nur nochmal sagen: Die Pläne zur Super League haben mich in dem Moment überrascht. Ich habe das nur aus den Medien erfahren und mich anschließend im Netz schlau gemacht und Zeitungen gelesen. Jeder darf darüber seine Meinung äußern, wenn man darüber nachgedacht hat. Wenn man pauschal Ja oder Nein sagt, ist mir das zu billig. Die Entscheidung sollte wohlüberlegt sein.“

… über die Themenlage in Barcelona – Präsidentenwechsel, Unruhen wegen Lionel Messi, Super-League-Chaos und ein riesiger Schuldenberg – und die Reaktion des Teams: „Natürlich sprechen wir in der Kabine darüber. Wir leben ja nicht hinter dem Mond. Es ist keine angenehme Situation für den Klub und in der Vergangenheit lief sicher nicht alles optimal. Der neue Präsident Joan Laporta hat jetzt viel zu tun und wird vieles hinterfragen. Er wird eine neue Rangordnung schaffen. Wir vertrauen ihm zu 100 Prozent, dass er den Verein wieder in gute Bahnen lenken wird.“

… über Joan Laporta: „Der neue Präsident und sein Vize sind Fans des FC Barcelona und vermitteln das nach außen. Als sie sich bei uns präsentiert haben, haben sie eine enorme Energie ausgestrahlt. Sie haben eine Brandrede gehalten und gesagt: ‚Leute, wir schaffen das!‘ Wie er zu uns sprach, das hat mich total mitgerissen. Ich bekomme sogar eine Gänsehaut, wenn ich jetzt darüber rede. Denn wenn man an einen Präsidenten denkt, hat man meistens eine erhabene Person im Kopf, die über allen schwebt und niemanden an sich ranlässt. Laporta ist genau das Gegenteil. Er ist sehr nahbar und strahlt eine unfassbare Energie aus.“

… über BVB-Stürmer Erling Haaland: „Seine Spielweise und sein Torwille sind beeindruckend. Wenn man Videos sieht, in denen er im Vollsprint von ganz hinten nach ganz vorne rennt und das Ding mit aller Macht reinmacht, dann ist das schon erstaunlich. Das ist purer Wille, das kann man nicht trainieren. Entweder hat man diesen Willen, oder man hat ihn nicht. Haaland würde jede Mannschaft dieser Welt besser machen. Das heißt aber nicht, dass er nicht in Dortmund bleibt. Der BVB ist ein sehr gut geführter Verein, in welchem in den vergangenen Jahren ein hervorragender Job gemacht wurde. Wieso soll er nicht noch für ein Jahr dort bleiben? Ein Rückschritt wäre das keineswegs. Wenn er geht, dann hätte sein neues Team einen Wahnsinns-Stürmer für die nächsten zehn Jahre.“

… über die Zukunft von Lionel Messi: „Es ist der Spieler der letzten Jahre für den FC Barcelona. Er ist das Maximum. Natürlich wäre es ein Verlust für den FC Barcelona, wenn er geht. Am Ende kann nur er entscheiden, ob er bleibt oder nicht.“

… über Barcas personellen Umbruch: „Jeder sieht, dass wir uns in einer schwierigen Phase befinden. Man muss uns daher einfach die nötige Zeit geben, um diesen Umbruch weiter voranzutreiben. Wir haben viele junge Spieler, die in den nächsten Jahren noch enorm wichtig für uns sein können.“


Quelle: Sport1